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Liebe Leserin, lieber Leser

Diesen Steinturm habe ich im vergangenen April am Schwarzwasser fotografiert. Vor dem Hintergrund des um vieles grösseren und wunderbar grünen Frühlingswaldes und des unermesslichen Himmels zeugt er von Fantasie, Kreativität, Ausdauer und Teamwork, denn alleine war dieser stattliche Turm ganz sicher nicht zu erbauen. Es hat mich beeindruckt, was Menschen hier während der Corona-Zeit mit ihrer frei gewordenen Energie und Zeit und den umliegenden Steinen geschaffen haben.

Irgendwie versinnbildlicht für mich dieses besondere Kunstwerk auch das menschliche Schaffen an sich – auch dessen Verletzlichkeit und Vorläufigkeit. So zeugen die umgestürzten und aufgetürmten Bäume vom letzten Unwetter, denn das Schwarzwasser kann zu einem gewaltigen Fluss anwachsen, der alles mit sich reisst, was ihm in die Quere kommt.

Derzeit ist es ein mikroskopisch kleines Virus, welches das gesamte gesellschaftliche Leben, Schaffen und die Menschen selbst in Frage stellt und in die Schranken weist. Doch was machen unsere Probleme, die Ungewissheiten und das menschliche Leid auch in dieser Krise letztlich trag- und ertragbar? Es ist einerseits die Solidarität, mit der wir die Schwierigkeiten des Lebens überwinden können, denn gemeinsam schaffen und meistern wir unglaublich viel. Zum anderen ist es die Hoffnung, die uns verspricht, «dass es schon gut wird», auch wenn wir vielleicht noch kein Licht am Ende des Tunnels erblicken.

Als Christinnen und Christen können wir dabei darauf vertrauen, dass Gott uns nicht alleine lässt – und als unerschöpfliche Quelle des Lebens und der Liebe nicht nur Ausgang und Ziel unseres irdischen Lebens ist, sondern uns auch durchs Leben hindurch trägt.

Mit diesen Gedanken wünsche ich Ihnen einen hoffnungsfrohen und schönen Monat Juni.

Christoph Riedo

 

 

 

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