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Liebe Angehörige der Pfarrei / Kirchgemeinden von Bösingen und Laupen

„Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert.“

In der Ökumenischen Kampagne 2020 steht Saatgut im Mittelpunkt. Saatgut ist die Grundlage des Lebens, denn aus ihm wächst Nahrung. Und Nahrung ist ein elementares Bedürfnis der Menschheit. Dies zeigt sich bereits in der Bibel, wo Säen, Wachsen und Ernten zentrale Bilder sind. Die Saat gilt als Geschenk Gottes und ist gemeinsames Gut. Die Kampagne soll aufzeigen, wie wichtig die Bewahrung von traditionellem Wissen und regionalem Saatgut für die Ernährung der Menschheit ist. Denn neue Sortenschutzgesetze bedrohen dieses lokale Saatgut. Eine Landwirtschaft, die auf natürlichem, regional angepasstem Saatgut baut, ist zukunftsfähig und ist so eine der Antworten auf die Bedrohungen durch den Klimawandel. Darum ist ein Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft nötig. Aus biblischer Sicht ist Saatgut erschaffen durch Gottes Wort und darum Geschenk Gottes (Gen 1,11-12) und gilt aus theologischer Sicht als heilig (2. Kor 9,10).

Der Anbau von Nahrungsmitteln, die Auswahl und Pflege von Samen und die Züchtungen von verbesserten Sorten ist alt hergebrachtes Wissen. Dieses ist oft mit einer spirituellen Bedeutung verbunden. So wird z.B. dieses Wissen von Bäuerinnen, Bauern und indigenen Gemeinschaften in Zentralamerika oder auch Asien immer noch gelebt. Auch für sie ist Saatgut heilig. Es ist das Erbe ihrer VorfahrInnen, das Erbe der Menschheit.

Saatgut wird in vielen Kulturen als Gemeingut angesehen. So gibt es in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas traditionelle Saatgutsysteme (mit z.B. lokalen Saatgutbanken), die ohne Zertifizierung und Sortenkatalog auskommen – und funktionieren. Bäuerinnen und Bauern tauschen und verkaufen Saatgut, die Nachzucht ist selbstverständliche und überlieferte Praxis.

Mit der Einführung von Patenten, den sich verschärfenden Sortenschutz-Vorschriften und weiteren gesetzlichen Vorgaben zu Saatgut wird diese jahrtausendalte Logik zerstört und das Recht auf Nahrung gefährdet. Heute dominieren drei internationale Saatgutkonzerne den globalen Markt und reissen die Macht und Verfügung über unsere Nahrung an sich.

Die ökumenische Kampagne „Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert“ prägt das Leben in der Pfarrei und den Kirchgemeinden. Wir freuen uns, Ihnen in der kommenden Zeit zu begegnen und danken Ihnen für Ihre Spenden, Ihr Engagement und Ihre Solidarität.

Mit dem Einzahlungsschein in der Mitte des Pfarrblattes haben Sie die Möglichkeit die Fastenopferprojekte direkt zu unterstützen.

Anita Imwinkelried (Kath. Pfarrei Bösingen/Laupen), Pfarrer Michael Roth (Ref. Kirchgemeinde Bösingen) und Pfarrer Konrad Bühler (Ref. Kirchgemeinde Laupen)

 

 

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