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Gedanken am Tag der Allerheiligen und Allerseelen

Liebe Pfarreiangehörige

Am 1. November feiert die katholische Kirche das Fest Allerheiligen. An diesem Tag gedenken wir allen Heiligen, nicht nur diesen, die von der Kirche als Heilige gesprochen wurden, sondern auch einer grossen Schar unbekannter Heiligen, die unter uns gelebt haben: unsere  Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern, Onkel, Tanten, Freunden, Nachbarn…. Sie haben schon den Himmel erreicht und jetzt sind sie unsere Fürsprecher, die sich für uns bei Gott einsetzen, darum wollen wir sie an diesem Tag um ihre Hilfe für uns bitten. Und bereits schon am Nachmittag dieses Tages versammeln sich die Gläubigen wieder in der Kirche, um an ihre Verstorbenen zu denken und für sie zu beten. Auch am nächsten Tag, dem 2. November, feiert die Kirche den Allerseelentag, der ganz den Verstorbenen gewidmet ist.

Beim Abschied von einer lieben Person sagen die Menschen: „Wir vergessen Dich nicht.“ „Du wirst immer in unseren Gedanken, unseren Erinnerungen in unserem Herzen leben.“ Darum widmet die Kirche diese Tage unseren lieben Verstorbenen und allen Verstorbenen, an welche niemand denkt, um für sie die Barmherzigkeit Gottes zu erbitten und ihnen zu helfen, den Himmel so schnell wie möglich zu erreichen.

Warum sollen wir für unsere Verstorbenen beten, hl. Messen für sie feiern? Niemand ist vollkommen. Jeder macht Fehler, hat eigene Schwäche. Jeder begann irgendwelche Sünden gegenüber Menschen und Gott. Darum kommt für jeden eine Zeit der Reinigung. Sogar diese, die die Kirche heiliggesprochen hat, wurden nicht sofort zu Heiligen. Die Verstorbenen können sich nicht mehr selbst helfen. Sie brauchen unsere Hilfe, unsere Gebete, die hl. Messe. Auch unsere guten Werke können wir ihnen widmen, weil diese auch wie zu einem Gebet werden können. So oft denken die Menschen daran, besuchen die Gräber ihrer lieben Verstorbenen, beten sie für sie, lassen hl. Messen für sie feiern oder Messen für unbekannte Verstorbene, an welche niemand denkt, um ihnen zu helfen. Wir nennen diese „Arme Seelen“. Aber diese Seelen sind schon selig, weil sie auch eines Tages, nach ihrer Reinigung, in das Reich Gottes kommen. Die Kirche lehrt uns in diesen Tagen, dass es eine Solidarität zwischen uns und unseren Verstorbenen gibt oder geben soll und das nicht nur einseitig, dass wir ihnen helfen, sondern auch unsere Verstorbenen können uns in diesem irdischen Leben helfen und eines Tages nach unserem Tod unsere Fürsprecher bei Gott sein. Ich persönlich spreche jeden Tag mit meinen Verstorbenen, als ob sie nicht gestorben wären und bete für sie und für die „armen Seelen“ und habe schon viele Male ihre Hilfe in meinem Leben erfahren. Das Gebet für die Verstorbenen gehört auch zu den guten Werken der Barmherzigkeit. Vergessen wir unsere Verstorbenen nicht. Mögen sie weiter in unseren Gedanken, in unseren Herzen leben und denken wir an sie in unseren Gebeten, um ihnen und allen Verstorbenen zu helfen.

  1. Jacek Kubica

 

 

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